Zur Bestimmung von Moosen gibt es im deutschsprachigen Raum kaum aktuelle Literatur. Alte Standardwerke wie die „Moosflora“ (Frahm & Frey) oder „Die Moose Baden-Württembergs“ (Hrsg. Nebel & Philippi) wurden seit über 20 Jahren nicht mehr neu aufgelegt und sind nur noch antiquarisch zu teils horrenden Preisen erhältlich.
Ob der „Feldbestimmungsschlüssel für die Moose Deutschlands, Österreichs und der Schweiz“ von Düll & Düll-Wunder diese Lücke schließen kann, ist fraglich.
Der Schlüssel arbeitet teils mit Merkmalen, die im Feld mit einer Einschlaglupe schwer zu erkennen sind. Leider fehlen Erläuterungen zu den verwendeten Fachbegriffen oder Piktogramme zu den Merkmalen, der Schlüssel ist daher für Anfänger*innen in der Moosbestimmung kaum geeignet. An vielen Stellen gelangt der Schlüssel nur bis zur Gattungebene (u.A. Sphagnum). Nähere Erläuterungen oder Abbildungen der Arten sind nur im Hauptwerk „Die Moose Mitteleuropas – Bestimmung und Beschreibung der wichtigsten Arten“ (Düll & Düll-Wunder) enthalten. Dort finden sich dann auch eine ausführliche Einleitung sowie gut ausgearbeitete Artportraits mit ausführlichen Angaben zu Verbreitung, Ökologie und Taxonomie der Arten.
In der dritten Auflage „Die Moose Mitteleuropas – Bestimmung und Beschreibung der wichtigsten Arten“ von Düll & Düll-Wunder, erschienen 2022, wurde der Bestimmungsschlüssel aus der zweiten Auflage übernommen – ohne Überarbeitung oder Anpassung der Seitenzahlverweise. Dieser Feldbestimmungsschlüssel ist nun die Anpassung des Schlüssels an die dritt Auflage. Nichtsahnende Käufer*innen dieser Auflage müssen also einen fehlerhaften Schlüssel in Kauf nehmen, oder den „Feldbestimmungsschlüssel“ für weitere 14,95€ erwerben. Als guter Feldbestimmungsschlüssel erfreut sich der Field Guide der British Bryological Society großer Beliebtheit – Zurecht, denn hier werden nur mit bloßem Auge oder Einschlaglupe erkennbare Merkmale abgefragt und Fachbegriffe mit Piktogrammen erläutert.