Buchrezension: „Die Geschichte der Botanik“

Von Rhea

„Die Geschichte der Botanik“ ist eine deutsche Übersetzung aus dem Englischen und in 6 Kapitel gegliedert, welche zeitlich von der Antike bis in die Gegenwart reichen. Im Buch werden neben der europäischen Geschichte auch andere Regionen betrachtet und historische Gegebenheiten aus heutiger Sicht eingeordnet und bewertet.

Aus persönlichem Interesse hat mich besonders gefreut, dass auch kleine Einblicke in die Geschichte der Mykologie (Pilzkunde) gegeben werden, da Pilze lange Zeit als Pflanzen galten. Einen großen Anteil der knapp 300 Seiten nehmen Abbildungen ein, welche unter anderem wichtige Persönlichkeiten, Gemälde und Zeichnungen oder auch Herbarbelege zeigen. Diese Abbildungen sind sehr schön anzuschauen und geben schnell ein Gefühl für die jeweilige Zeit und auch deren Faszination für die Botanik.

Ich kann dieses Buch allen Empfehlen, die Interesse an der Geschichte der Botanik haben, da diese in diesem Werk sehr gut aufbereitet und illustriert ist.

Fry, Carolyn; Wayland, Emma (2025): Die Geschichte der Botanik in 300 Büchern. Haupt-Verlag. 1. Auflage. 272 S.

Buchrezension: „Der Goldschakal- ein Wildtier breitet sich in Europa aus“

Von Rhea

Das Buch „Der Goldschakal“ gibt einen sehr guten Überblick über den Stand des Wissens über den Goldschakal und seinen möglichen Einfluss auf europäische Ökosysteme. Die Autoren wählen einen sachlichen Ansatz, mit der Zielsetzung durch wissenschaftliche Studien belegte Fakten darzustellen, welche einen Einblick in die Lebensweise und seine Bedeutung im Ökosystem geben. Es werden auch Erfahrungen zum Umgang mit dem Goldschakal in Landnutzungskonflikten geteilt, welche eine Basis für Diskussionen für den weiteren Umgang darstellen können. Die Informationen werden im Text mit Quellen belegt und mit ausgewählten Diagrammen und vielen Fotos visualisiert. Der Anteil Fotos zu Text ist recht hoch, so macht es aber auch viel Spaß einfach mal durchzublättern und reinzulesen. Besonders gut hat mir beim Lesen gefallen, dass eine gute Mischung aus leicht verständlicher Sprache und Fachausdrücken gefunden wurde, welche stets erklärt werden. Das Buch ist somit sowohl für den interessierten Laien als auch für Menschen vom Fach interessant.

Derron-Hilfiker, Daniela; Hartlauf, Jennifer und Böcker, Felix (2025): Der Goldschakal- ein Wildtier breitet sich in Europa aus. Haupt Verlag. 1. Auflage. 189 S.

Buchrezension: „Queer- Sex und Geschlecht in der Welt der Tiere und Pflanzen“ von Josh L. Davis

Von Anna-Lena

Das Buch „Queer- Sex und Geschlecht in der Welt der Tiere und Pflanzen“ von Josh L. Davis hält, was es verspricht. Auf 120 Seiten erhält man zahlreiche spannende Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt, die zeigen, dass Entwicklung und Ausprägung von Geschlecht und Sexualität so viel vielfältiger und bunter sind, als man das auf den ersten Blick glaubt. Die erste deutsche Auflage erschien 2025 im Haupt-Verlag.

Das Buch ist in 30 Kapitel unterteilt, wovon jedes eine Art und einen Aspekt von Geschlecht bzw. Sexualität genauer unter die Lupe nimmt.  Die Themen reichen dabei von umweltabhängiger Geschlechtsentwicklung über Homosexualität bis hin zu temporärem Geschlecht. Und auch artentechnisch wird ein umfassendes Bild gemalt: Egal ob Fische, Vögel, Bäume, Reptilien, Insekten oder Säugetiere -überall im Stammbaum gibt es spannende Geschichten zu entdecken. Besonders schön finde, ich dass nicht nur exotische Arten vorgestellt werden, sondern auch Tiere und Pflanzen, die uns im Alltag über den Weg laufen.

Jedes Kapitel umfasst vier Seiten inklusive Illustrationen und damit eine gute Länge, um einen umfassenden Einblick in die Lebensweise der Art zu erhalten. Da die Kapitel in sich geschlossen sind, kann man direkt bei dem Thema, was gerade am meisten anspricht einsteigen. Der Autor schafft es dabei die zum Teil sehr komplexen Mechanismen anschaulich zu beschreiben, ohne aber zu sehr zu vereinfachen. Auch in der Verwendung von Fachbegriffen findet er einen guten Mittelweg: Vorwissen ist nicht erforderlich, notwendige Begriffe werden eingeführt, und für diejenigen, die sich mit den wissenschaftlichen Hintergründen noch intensiver auseinandersetzten wollen, gibt es am Ende des Buches zu jedem Kapitel weiterführende Literatur.

Wie bereits zu Beginn klargestellt wird, ist dieses Buch „kein Versuch einer Rechtfertigung für Queerness […], da dies keiner Rechtfertigung bedarf“. Es ist ganz einfach eine Hommage an den unglaublichen Einfallreichtum der Natur, und ich kann es allen empfehlen, die diese Faszination teilen.

Osterkongress 2026

Der diesjährige Osterkongress fand vom 30.Mai -6.April 2026 in der Walddorfschule Flensburg statt.

Die Woche war gespickt von Bestimmungsnachmittagen, Entsockung und einigen spektakulären Exkursionen wie an die Geltinger Bucht, die Langweile Aue sowie in ein Moorgebiet begleitet von einem alten DJN-Mitglied.

Beobachtungen, …

  • Bei einer Fahrradexkursion an die Beltinger Bucht konnten wir viele Weißwangengänse beobachten, Austernfischer, Kormorane, Grünschenkel.. auf dem Weg zur Spitze der Bucht
    fanden wir auch ein kleines Gewässer mit viel Totholz, vielen Baumpilzen, einigen Moosen wie das Mnium Hornum. An einem kleinen Strandabschnitt eine Wolfsspinne, viele
    Springschwänze und auch Rinder, zwischen deren Weiden unser Weg zurück führte.
  • Bei einer Führung von einem altem, Flensburger DJN-ie wurden uns die Moorflächen nähergebracht und wir bekamen spannende Einblicke in dessen Geschichte.
  • Neben der Hauptvorstandssitzung gab es außerdem die Möglichkeit, die „Windsbraut“ zu besuchen. Einen Traditionssegler, auf dem wir schon oft sehr schöne Stunden auf unseren Segelseminaren hatten.
  • Außerdem fand die alljährliche „Aussockung“ statt, bei der DJNies, welche älter als 27 Jahre sind, verabschiedet werden. Verpackt wurde dies in einen Bunten Abend mit lustigen Sketches und vielen lieben Worten.
  • Außerdem bereiteten“Alte Socken“ bereiteten eine Rallye vor, bei der wir im Gelände um die Walddorfschule Hinweise suchen mussten und knifflige Fragen lösen. Auch botanische/artenkundliche Entdeckungen wurden in die Gewinnerauswahl einbezogen.

Unsere prägnanten/besonderen Beobachtungen:

  • Agrobacterium radiobacter
  • Glocken-Heide erica tetralix
  • Rosmarinheide Andromeda polifolia
  • Moorfrosch rana arvalis
  • Gewöhnliche Moosbeere Vaccinium oxycoccos
  • Österreichischer Kelchbecherling Sarcosyphia austriaca

(Bilder von Alisa Schubert und Alexis Tinker-Tsavalas)

Jahresprogramm 2026

Unser Jahresprogramm für 2026 ist vorläufig nun auch hier einzusehen bis die neue Website erscheint!

Wir freuen uns dich auf einem Seminar zu sehen 🙂

Die Anmeldung findest du unter kalender.naturbeobachtung.de

Empfehlenswerte Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland – 87 Hotspots zwischen Duisburg, Dresden und München

Von Anne

In diesem Buch werden für die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen empfehlenswerte Vogelbeobachtungsplätze vorgestellt. Dabei umfasst eine Empfehlung im Regelfall 4-6 Seiten mit Text über die Landschaftsgeschichte und Lebensräume, besondere Vogelarten und Reisezeit, Beobachtungsmöglichkeiten und teilweise noch weitere Freizeitmöglichkeiten oder ein Blick in die Umgebung. Dazu gibt es eine Tabelle mit typischen Vogelarten, deren Status und günstige Beobachtungszeiten. Ergänzt ist eine Empfehlung mit Informationen zur Anfahrt (inklusive GPS), Verweise auf Literatur und Infomaterial und einer Karte, in der das Gebiet und/oder die Umgebung dargestellt ist. Außerdem enthält ein Kapitel Bilder typischer Arten und des Gebiets.

In diesem Buch wurden aktiv Beobachtungsplätze für seltenere Arten vorgestellt. Somit ist dieses Buch gut geeignet für Menschen, die bestimmte, etwas seltenere Arten beobachten wollen. Dafür ist hinten im Buch auch eine Übersicht eingebaut, in der die Beobachtungsplätze für bestimmte Arten gefunden werden können.

Insgesamt gibt das Buch eine gute Übersicht über einzelne Gebiete, mit empfohlenen Routen und gut recherchierten weiterführenden Informationen (soweit ich das für die mir bekannten Gebiete beurteilen kann). Es sind ungleich viele Empfehlungen pro Bundesland, und nicht korrespondierend zur Größe. Natürlich wurde versucht, die besten Gebiete in diesem Buch vorzustellen, aber eine etwas ausgeglichenere Aufteilung hätte mir besser gefallen, da nicht alle Menschen durch ganz Süd- und Mitteldeutschland reisen können, sondern vielleicht eher einzelne Bundesländer erkunden möchten.

Der größte Mangel für mich ist die Qualität der Karten. Die Übersichtskarten über die Bundesländer sind übersichtlich, persönlich hätte ich eine naturräumliche Karte bevorzugt. Auch sind Städte oder Regionen willkürlich erscheinend farblich hervorgehoben und andere nicht. Die Karten für die einzelnen Beobachtungsempfehlungen variieren stark, mit verschiedenen Kartentypen, Layouts, mit oder ohne Route und weiteren Unterschieden. Bei Verwendung einzelner Karten stört das weniger, aber beim Durchlesen kann es irritieren und hindert das Kartenverständnis. Außerdem haben die Karten so sehr verschiedene Qualitäten.

Insgesamt würde ich das Buch somit Menschen empfehlen, die aktiv bestimmte Vogelarten beobachten wollen. Aber es ist weniger dafür geeignet, die Umgebung vor der eigenen Haustüre bzw. eine ganze Region zu erkunden, da aufgrund der großen Abdeckung nur eine begrenzte Anzahl an Empfehlungen möglich ist. Das Buch sehr gut recherchiert und unterstützt in der Erkundung unbekannter Gebiete, allerdings sollte man sich nicht darauf limitieren.

Empfehlenswerte Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland- 104 Hotspots zwischen Flensburg, Osnabrück und Cottbus

Von Rhea Herpel

Das Buch „Empfehlenswerte Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland – Band Nord“ ist ein umfassendes, klar strukturiertes Werk, das alles bietet, um einen ornithologischen Ausflug zu planen, die eigene Region neu zu entdecken oder gezielt nach bestimmten Arten zu suchen.

Zu Beginn findet sich ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis der Beobachtungsplätze in den behandelten Bundesländern. Anschließend werden die einzelnen Orte prägnant, aber dennoch ausführlich vorgestellt.

Die Beobachtungsplätze werden in ihren naturräumlichen Kontext eingeordnet, die jeweiligen Lebensräume treffend charakterisiert und die dort vorkommenden besonderen Vogelarten mitsamt den optimalen Beobachtungszeiten klar und übersichtlich aufgeführt. Wirklich tolle Bilder und detailreiche Karten ergänzen die Beschreibungen und machen schon das bloße Durchblättern des Buches zu einem Vergnügen.

Zusätzlich enthält das Buch praktische Hinweise zu Übernachtungsmöglichkeiten, GPS-Daten sowie Anfahrtsbeschreibungen – erfreulicherweise auch mit Informationen zur Anreise per öffentlichem Nahverkehr.

Den Abschluss bildet eine Übersichtstabelle aller behandelten besonderen Vogelarten mit Angaben zu den Bundesländern und konkreten Orten, an denen diese mit etwas Glück zu beobachten sind. Dies ermöglicht es, gezielt Orte für eine Wunschvogelart schnell zu finden.

Dieses Buch ist eine klare Empfehlung für alle, die gezielt Arten aufspüren möchten, Inspirationen für naturkundliche Ausflüge suchen und alle relevanten Informationen ansprechend aufbereitet in einem Band vereint haben wollen.

Wildbienen ganz nah – Ein anschaulicher Begleiter zur Bestimmung und Beobachtung von Wildbienen

von Jan Schmerbach

Das Buch “Wildbienen ganz nah” von Erwin Scheuchl und Wolfgang Willner ermöglicht mit lebhaften Abbildungen und Artportraits Wildbienen im Feld zu erkennen und vermittelt Einblicke in ihre faszinierende Lebensweise. Das Buch wurde 2024 vom Quelle & Meyer Verlag veröffentlicht.

Auf 441 Seiten werden die 100 häufigsten Wildbienenarten vorgestellt, sodass man sie im Feld erkennen kann. Das Buch startet mit einer Einleitung, die die allgemeine Lebensweise von Wildbienen erklärt und wie man diese schützt. Im Hauptteil des Buches werden dann die einzelnen Wildbienenarten vorgestellt. Schön ist, dass neben den Artenportraits auch die Gattungen vorgestellt werden, wodurch der Einstieg in die Bestimmung der Wildbienen erleichtert wird. Die Merkmale von Männchen und Weibchen werden getrennt dargestellt und es werden Informationen zur Benennung der Art, deren Pollenquellen, dem Lebensraums und zu dem zeitlichen und räumlichen Vorkommen, sowie der Lebensweise aufgeführt. Besonders an dem Buch ist es, dass Bestimmungsrelevante Merkmale direkt auf den insgesamt 410 Bildern der Bienen dargestellt werden. Dadurch wird das Erkennen deutlich vereinfacht. Auch Verwechslungsarten werden genannt, wobei hierbei ein direktes Gegenüberstellen von Bildern dieser Arten noch hilfreicher wäre.

Insgesamt ist das Buch ein lebendiger und aufschlussreicher Bestimmungsführer für einen fairen Preis, der selbst Lust macht raus zu gehen und Wildbienen im freien zu beobachten. Durch die zahlreichen anschaulichen Bilder ermöglicht das Buch einen einfachen Zugang zu Wildbienen, der in der Form zuvor nicht möglich war.

Naturkunde unter Segeln – Segelseminar im Wattenmeer

Vom 15. bis 21. September 2025 fand ein einwöchiges Naturkundeseminar des Jugendbundes für Naturbeobachtung auf dem Traditionssegelschiff Windsbraut im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer statt. 16 junge Erwachsene aus ganz Deutschland nahmen an dem gemeinschaftlich geplanten und gestalteten Törn teil.

Ziel des Seminars war es, Artenkenntnisse und ökologisches Wissen praxisnah zu vermitteln – direkt im Lebensraum Wattenmeer. Exkursionen im Watt, auf Inseln und Halligen wurden mit theoretischen Inputs, Vogelbeobachtungen sowie Workshops zu Segeln, Navigation und Seemannschaft kombiniert. Das gemeinsame Leben an Bord schuf dabei ein starkes Gemeinschaftsgefühl und ermöglichte intensive Lernerfahrungen.

Die Route führte von Wyk auf Föhr über Amrum zu den Halligen Gröde und Oland, weiter nach Pellworm und schließlich nach Husum. Unterwegs erkundete die Gruppe Salzwiesen, Dünen und Wattflächen, beobachtete zahlreiche Küsten- und Seevögel und erlebte das Wattenmeer im stetigen Wechsel von Ebbe und Flut.

Großen Wert legte das Seminar auf Nachhaltigkeit: Gereist wurde überwiegend unter Segeln, die Verpflegung war vollständig vegan. Naturkundliche Beobachtungen wurden auf der Plattform iNaturalist dokumentiert – mit über 500 Beobachtungen von rund 300 Arten.

Fazit: Das Seminar bot einen kompakten, eindrucksvollen Einblick in den einzigartigen Lebensraum Wattenmeer und verband fachliches Lernen mit Naturerlebnis, Teamarbeit und dem besonderen Gefühl, gemeinsam unter Segeln unterwegs zu sein.

Naturkundeseminar im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Über Himmelfahrt waren wir zum Naturkundeln im BR Schorfheide-Chorin unterwegs. Wir haben auf dem Pehlitzwerder am Parsteinsee gezeltet und mit dem Fahrrad Exkursionen in die Umgebung unternommen.

Seite 1 von 27

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén