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Empfehlenswerte Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland – 87 Hotspots zwischen Duisburg, Dresden und München

Von Anne

In diesem Buch werden für die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen empfehlenswerte Vogelbeobachtungsplätze vorgestellt. Dabei umfasst eine Empfehlung im Regelfall 4-6 Seiten mit Text über die Landschaftsgeschichte und Lebensräume, besondere Vogelarten und Reisezeit, Beobachtungsmöglichkeiten und teilweise noch weitere Freizeitmöglichkeiten oder ein Blick in die Umgebung. Dazu gibt es eine Tabelle mit typischen Vogelarten, deren Status und günstige Beobachtungszeiten. Ergänzt ist eine Empfehlung mit Informationen zur Anfahrt (inklusive GPS), Verweise auf Literatur und Infomaterial und einer Karte, in der das Gebiet und/oder die Umgebung dargestellt ist. Außerdem enthält ein Kapitel Bilder typischer Arten und des Gebiets.

In diesem Buch wurden aktiv Beobachtungsplätze für seltenere Arten vorgestellt. Somit ist dieses Buch gut geeignet für Menschen, die bestimmte, etwas seltenere Arten beobachten wollen. Dafür ist hinten im Buch auch eine Übersicht eingebaut, in der die Beobachtungsplätze für bestimmte Arten gefunden werden können.

Insgesamt gibt das Buch eine gute Übersicht über einzelne Gebiete, mit empfohlenen Routen und gut recherchierten weiterführenden Informationen (soweit ich das für die mir bekannten Gebiete beurteilen kann). Es sind ungleich viele Empfehlungen pro Bundesland, und nicht korrespondierend zur Größe. Natürlich wurde versucht, die besten Gebiete in diesem Buch vorzustellen, aber eine etwas ausgeglichenere Aufteilung hätte mir besser gefallen, da nicht alle Menschen durch ganz Süd- und Mitteldeutschland reisen können, sondern vielleicht eher einzelne Bundesländer erkunden möchten.

Der größte Mangel für mich ist die Qualität der Karten. Die Übersichtskarten über die Bundesländer sind übersichtlich, persönlich hätte ich eine naturräumliche Karte bevorzugt. Auch sind Städte oder Regionen willkürlich erscheinend farblich hervorgehoben und andere nicht. Die Karten für die einzelnen Beobachtungsempfehlungen variieren stark, mit verschiedenen Kartentypen, Layouts, mit oder ohne Route und weiteren Unterschieden. Bei Verwendung einzelner Karten stört das weniger, aber beim Durchlesen kann es irritieren und hindert das Kartenverständnis. Außerdem haben die Karten so sehr verschiedene Qualitäten.

Insgesamt würde ich das Buch somit Menschen empfehlen, die aktiv bestimmte Vogelarten beobachten wollen. Aber es ist weniger dafür geeignet, die Umgebung vor der eigenen Haustüre bzw. eine ganze Region zu erkunden, da aufgrund der großen Abdeckung nur eine begrenzte Anzahl an Empfehlungen möglich ist. Das Buch sehr gut recherchiert und unterstützt in der Erkundung unbekannter Gebiete, allerdings sollte man sich nicht darauf limitieren.

Empfehlenswerte Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland- 104 Hotspots zwischen Flensburg, Osnabrück und Cottbus

Von Rhea Herpel

Das Buch „Empfehlenswerte Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland – Band Nord“ ist ein umfassendes, klar strukturiertes Werk, das alles bietet, um einen ornithologischen Ausflug zu planen, die eigene Region neu zu entdecken oder gezielt nach bestimmten Arten zu suchen.

Zu Beginn findet sich ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis der Beobachtungsplätze in den behandelten Bundesländern. Anschließend werden die einzelnen Orte prägnant, aber dennoch ausführlich vorgestellt.

Die Beobachtungsplätze werden in ihren naturräumlichen Kontext eingeordnet, die jeweiligen Lebensräume treffend charakterisiert und die dort vorkommenden besonderen Vogelarten mitsamt den optimalen Beobachtungszeiten klar und übersichtlich aufgeführt. Wirklich tolle Bilder und detailreiche Karten ergänzen die Beschreibungen und machen schon das bloße Durchblättern des Buches zu einem Vergnügen.

Zusätzlich enthält das Buch praktische Hinweise zu Übernachtungsmöglichkeiten, GPS-Daten sowie Anfahrtsbeschreibungen – erfreulicherweise auch mit Informationen zur Anreise per öffentlichem Nahverkehr.

Den Abschluss bildet eine Übersichtstabelle aller behandelten besonderen Vogelarten mit Angaben zu den Bundesländern und konkreten Orten, an denen diese mit etwas Glück zu beobachten sind. Dies ermöglicht es, gezielt Orte für eine Wunschvogelart schnell zu finden.

Dieses Buch ist eine klare Empfehlung für alle, die gezielt Arten aufspüren möchten, Inspirationen für naturkundliche Ausflüge suchen und alle relevanten Informationen ansprechend aufbereitet in einem Band vereint haben wollen.

Wildbienen ganz nah – Ein anschaulicher Begleiter zur Bestimmung und Beobachtung von Wildbienen

von Jan Schmerbach

Das Buch “Wildbienen ganz nah” von Erwin Scheuchl und Wolfgang Willner ermöglicht mit lebhaften Abbildungen und Artportraits Wildbienen im Feld zu erkennen und vermittelt Einblicke in ihre faszinierende Lebensweise. Das Buch wurde 2024 vom Quelle & Meyer Verlag veröffentlicht.

Auf 441 Seiten werden die 100 häufigsten Wildbienenarten vorgestellt, sodass man sie im Feld erkennen kann. Das Buch startet mit einer Einleitung, die die allgemeine Lebensweise von Wildbienen erklärt und wie man diese schützt. Im Hauptteil des Buches werden dann die einzelnen Wildbienenarten vorgestellt. Schön ist, dass neben den Artenportraits auch die Gattungen vorgestellt werden, wodurch der Einstieg in die Bestimmung der Wildbienen erleichtert wird. Die Merkmale von Männchen und Weibchen werden getrennt dargestellt und es werden Informationen zur Benennung der Art, deren Pollenquellen, dem Lebensraums und zu dem zeitlichen und räumlichen Vorkommen, sowie der Lebensweise aufgeführt. Besonders an dem Buch ist es, dass Bestimmungsrelevante Merkmale direkt auf den insgesamt 410 Bildern der Bienen dargestellt werden. Dadurch wird das Erkennen deutlich vereinfacht. Auch Verwechslungsarten werden genannt, wobei hierbei ein direktes Gegenüberstellen von Bildern dieser Arten noch hilfreicher wäre.

Insgesamt ist das Buch ein lebendiger und aufschlussreicher Bestimmungsführer für einen fairen Preis, der selbst Lust macht raus zu gehen und Wildbienen im freien zu beobachten. Durch die zahlreichen anschaulichen Bilder ermöglicht das Buch einen einfachen Zugang zu Wildbienen, der in der Form zuvor nicht möglich war.

Der Balzflug der Kiebitze: Naturbeobachtungstipp der Woche (KW16)

„Kiewieet“ tönt es über den Wiesen im April, wenn die Kiebitze ihre akrobatischen Balzflüge vollführen. Diese einst häufige Brutvogelart der Feuchtwiesen ist jedoch in inzwischen stark gefährdet: Allein von 1980 bis 2016 ist die Anzahl der Brutpaare in Deutschland um 93% zurückgegangen! Hauptursache dafür ist der Lebensraumverlust: Kiebitze brauchen schonend genutzte Feuchtwiesen. Der Kiebitz wurde dieses Jahr zum NABU Vogel des Jahres gewählt, um auf diesen besorgniserregenden Bestandsrückgang aufmerksam zu machen und für den Schutz des adretten Wiesenbrüters zu werben.
Kiebitze sind im Frühjahr oft in großen Trupps zu sehen. Im April ziehen dann die meisten weiter nach Norden, während die hierzulande brütenden Vögel schon voll im Balz- und Brutgeschäft sind.

Mehr Infos findet ihr auf der NABU website:
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/2024/index.html

Konntet ihr den hübschen Vogel dieses Jahr schon entdecken? Und vielleicht sogar die Balzflüge bestaunen? Dann postet doch gerne eine Bild in den sozialen Medien unter dem hashtag #djnfundderwoche

Bild 1 & 2 von Jakob Neuenschwander
Weitere Bilder sowie Text und Idee von Gerit Neuenschwander

Aus dem Archiv der „Naturkundlichen Beiträge des DJN“: Verhaltensbeobachtungen an Prachtlibellen

Die „Naturkundlichen Beiträge des DJN“, kurz NaBei, sind das naturwissenschaftliche Publikationsorgan des DJN, in dem die Mitglieder ihre Beobachtungen veröffentlichen können. Sie erscheinen schon seit 1978.
Ein unüberschaubarer Fundus des Wissens, unterhaltsamer Faszination und praktischer Anleitungen! Deshalb möchten wir hier einmal im Monat einen aus unserer Sicht besonders lesenswerten Artikel vorstellen. Und los gehts:

Dieser Artikel wurde 1993 veröffentlicht und trägt den Titel „Verhaltensbeobachtungen an Prachtlibellen“.
Es gibt noch einen Untertitel: Ethologische Studien über die Südliche Prachtlibelle (Calopteryx xanthostoma Charpentier, 1825) (Zygoptera: Calopterygidae) am Oberlauf der Loire während des DJN/YEE-Sommerlagers bei Serre de la Fare vom 25.7.-9.8.1992

Der Artikel beginnt mit einer sehr poetischen Darstellung, wie das lyrische Ich am Ufer der Loire sitzt und ein Prachtlibellenmännchen betrachtet. Das allein ist natürlich schon ein erhebender Moment, der in all seiner Schönheit ausgekostet wird. Wir lesen von kristallenen Linien, tief schwarzen Silhouetten, leuchtenden Körpern. Die Schilderung der Farben hat es in sich, da ist die Rede von „smaragdgrün metallisch“, „golden überhaucht“ und „tiefem schönen Blau“. Spätestens jetzt ist uns klar, dass hier eine der schönsten Kreaturen der bekannten Welt beschrieben wird, wir fühlen uns hineingesaugt in diesen Moment der stillen Exstase, dürfen daran teilhaben und genießen das Naturschauspiel, das uns geschildert wird. Der Tanz der Libellen über dem Fluss scheint uns aus der Seele zu sprechen, wir beginnen uns nach diesem Ort der Ruhe und Schönheit zu sehnen, der vor unserem inneren Auge auftaucht und einen Gegenpol zur hektischen Smartphonewelt der Gegenwart bildet. Doch das lyrische Ich ist offensichtlich beim DJN, und hat die Naturbeobachtung bis zur Perfektion verfeinert. So mischen sich immer wieder Überlegungen zur Lebensweise der Prachtlibellen in die naturtrunkene Meditation, das lyrische Ich tritt in einen stillen Dialog mit der Libelle, um ihre Geheimnisse zu entschlüsseln.
Dieses erste Kapitel des ganze 36 Seiten langen Artikels endet mit einer Zeichnung:

Rüsselkäfer beim Staffelsee-Seminar

Warum sind Insektensammlungen wichtig?

Wenn Menschen beobachten wie ich Insekten sammele, oder ich ihnen davon erzähle, reagieren sie oft mit Unverständnis. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, ein paar Punkte zu dem Thema in diesem Post zusammenzufassen.

Am Rande der Biodiversitätskonferenz Sharm El-Sheikh, Ägypten

Gerrit von der DJN-Ortsgruppe Göttingen war Ende 2018 in Sharm El Sheikh (Ägypten) auf der UN-Biodiversitätskonferenz (CBD COP 14). Neben dem Kennenlernen von und Mitmischen in der Biodiversitäts-Politik hat er sich als DJNer natürlich auch der Pflanzen und Tiere vor Ort gewidmet. In seinem Beitrag schreibt er, warum man nicht erst zum nächsten Nationalpark fahren muss, um die Natur besser kennen zu lernen.

GEO-Tag der Natur in Göttingen 2018

Am 17. Juni 2018 trafen sich mehr als 35 Teilnehmer*innen zum 20. Geo-Tag der Natur auf dem Kerstlingeröder Feld. Eingeladen hatten die drei Naturschutzverbände BSG, BUND und DJN, um zusammen mit zahlreichen Expert*innen die heimische Natur zu erkunden. In diesem wertvollen Naturschutzgebiet sollten Pflanzen, Vögel und Insekten entdeckt und gelistet werden.

Dabei wurden in kürzester Zeit 247 Pflanzenarten notiert, davon 10 Arten der Roten Liste Niedersachsen. Unter 14 gelisteten Vogelarten war auch der gefährdete Neuntöter und bei den Schmetterlingen von 21 entdeckten Arten allein 10 auf der Roten Liste Niedersachsen.

Kaiserstuhlseminar 2018

Kaiserstuhl-Seminar vom 05.- 12.08.2018

Wann: 05. – 12. August 2018
Wo: Oberbergen
Was: Möchtest du diesen Sommer garantiert Sonne haben? Dann entdecke mit uns den Kaiserstuhl! Ein Mittelgebirge vulkanischen Ursprungs, die wärmste Gegend Deutschlands mit Trockenrasen, Hohlwegen, Eichenwäldern, natürlichen Thermalquellen, Steinbrüchen… Wir werden die Umgebung erkunden, die aufgrund ihrer Besonderheit viele wärmeliebende Arten wie Flaumeiche, Gottesanbeterin, Bienenfresser und einiges mehr beherbergt. Freue dich auf ein gemütliches Beisammensein in Oberbergen mitten im Kaiserstuhl, gemeinsames Kochen und abends Gitarre spielen.

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